Die meisten denken bei dem Namen New York an Manhattan, an die Fifth Avenue und den Times Square, an gelbe Taxis, die sich hupend ihren Weg durch die Straßenschluchten bahnen, an Lichter, Tempo und ikonische Bilder einer Weltstadt. Dieses New York existiert, doch es erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Abseits des Big Apple lässt sich der Bundesstaat um eine Rundreise erweitern, die Weinregionen, Kleinstadtromantik und eindrucksvolle Naturwunder miteinander verbindet. Die Strecke führt von der Großstadt über das Hudson Valley und die Inselwelt der Thousand Islands bis zu den mächtigen Niagarafällen und eignet sich ideal als Verlängerung eines Aufenthalts in New York City. Auf einem unserer persönlichen Trips durch New York State haben wir diese Route aus erster Hand erlebt und als Reisetipp zusammengestellt, prall gefüllt mit persönlichen Tipps.
Tag 1: Ankommen zwischen Architekturikone und Skyline
Der Auftakt dieser Reise beginnt direkt am John-F.-Kennedy-International-Airport. Das TWA Hotel ist weit mehr als ein funktionales Flughafenhotel. Der ikonische Bau aus den 1960er-Jahren gilt als architektonisches Wahrzeichen und verbindet Mid-Century-Design mit zeitgemäßem Komfort. Schon beim Betreten entsteht das Gefühl, in eine andere Epoche einzutauchen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Infinity-Pool auf dem Dach mit Blick auf die Start- und Landebahnen. Ebenso außergewöhnlich ist Connie, ein original restauriertes Flugzeug, das heute als stilvolle Cocktail-Lounge dient. Wer noch einen Abstecher nach Manhattan unternehmen möchte, erreicht es von hier aus in rund 45 Minuten mit AirTrain und U-Bahn. Als idealer Auftakt einer Rundreise durch den Empire State bietet sich der Besuch des gleichnamigen Wolkenkratzers an. Das Empire State Building zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen New Yorks. Kurz vor Sonnenuntergang eröffnet die Aussichtsplattform einen Blick über die Skyline, der auch bei wiederholten Besuchen nichts von seiner Faszination verliert.
Blick vom Empire State Building_© Wiechmann Tourism Service:Melanie Reimann.png Tag 2: Hudson Valley – Wein, Herbstfarben und große Kunst
Nur rund zwei Autostunden nördlich der Metropole eröffnet sich eine der ältesten Kulturlandschaften der USA. Die Fahrt ins Hudson Valley führt durch sanfte Hügel und dichte Wälder. Im Herbst ist die Region besonders für ihre Fall-Foliage bekannt, wenn sich die Landschaft in leuchtenden Farben zeigt. Ein lohnender Zwischenstopp ist die Brotherhood Winery in Washingtonville, die als älteste Weinkellerei der Vereinigten Staaten gilt. In historischen Gewölben wird die lange Tradition des Weinbaus spürbar, ergänzt durch eine Verkostung regionaler Tropfen. Anschließend bietet das Storm King Art Center bei New Windsor einen spannenden Kontrast. Das weitläufige Freilichtmuseum erstreckt sich über mehr als 200 Hektar und vereint monumentale Skulpturen mit offener Landschaft. Die Kunstwerke lassen sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder entspannt per Parkbahn entdecken. Die Übernachtung erfolgt im charmanten Städtchen Goshen. Hoteltipp: Fairfield by Marriott Inn & Suites Goshen Middletown.
Brotherhood Winery und Storm King Art Center_© Wiechmann Tourism Service:Melanie Reimann.png Tag 3: Inselwelten und Geschichten am St.-Lawrence-River
Die Route führt rund 480 Kilometer nach Norden an den St.-Lawrence-River, die natürliche Grenze zu Kanada. In Alexandria Bay beginnt die Region der Thousand Islands, die aus insgesamt 1.864 Inseln besteht. Vom Wasser aus erschließt sich der besondere Charakter dieser Landschaft besonders eindrucksvoll. Eine Bootstour mit Uncle Sam Boat Tours bietet einen umfassenden Überblick über bewaldete Eilande, historische Anwesen und weitläufige Wasserflächen. Ein zentraler Höhepunkt ist Heart Island mit dem bekannten Boldt Castle. Das Schloss entstand einst als Liebesbeweis und blieb nach dem frühen Tod von Louise Boldt unvollendet. Diese Geschichte verleiht dem Ort eine besondere Tiefe. In der Dämmerung zeigt sich die Inselwelt von ihrer stillen, beinahe märchenhaften Seite. Wer die Nacht im Riveredge Resort verbringt, genießt bei Buchung der entsprechenden Zimmerkategorie direkten Blick auf das Schloss. Weinliebhaber unternehmen einen Abstecher zur Thousand Islands Winery und überzeugen sich von der Qualität New Yorker Weine. Unbedingt probiert werden sollte bei dieser Gelegenheit auch der Wine Slushy, ein Mix aus Wein, Crushed Ice und fruchtigen Komponenten, der hier seinen Ursprung hat.
Heart Island mit Boldt Castle_© Wiechmann Tourism Service:Melanie Reimann.png Tag 4: Boote, Bier und Wein in den Finger Lakes
Dem St.-Lawrence-River von Alexandria Bay nur wenige Kilometer in westliche Richtung folgend, markiert das Antique Boat Museum in Clayton einen lohnenden Stopp. Es gibt Einblick in die maritime Geschichte der Region und zeigt, welche Rolle der Bootsbau hier seit jeher gespielt hat. Spätestens nach dem Mittagessen heißt es Goodbye Thousand Islands und rund 240 Kilometer später: Willkommen in der Finger-Lakes-Region. An den elf namensgebenden, fingerförmig langgezogenen Seen schmiegen sich zahlreiche kleine Städte in die sanfte Landschaft, darunter Canandaigua mit dem Hotel Canandaigua direkt am gleichnamigen See. Für kulinarische Abwechslung sorgt die New York Kitchen, die sich dem Farm-to-Table-Konzept verschrieben hat und regionale Produkte in den Mittelpunkt stellt. Ausklingen lässt sich der Abend in der Brewery Ardennes Taproom & Kitchen, idyllischen gelegen im Grünen mit handwerklich gebrauten Bieren und moderner Küche.
Canandaigua, New York Kitchen und Antique Boat Museum© Wiechmann Tourism Service:Melanie Reimann.png Tag 5: Gärten, Geschichte und Gastfreundschaft
Süßmäuler starten den Tag in Canandaigua im Simply Crêpes. Hauchdünne Crêpes, klassisch oder großzügig mit Ahornsirup verfeinert, passen perfekt in diese Region, die für ihre landwirtschaftlichen Produkte ebenso bekannt ist wie für ihre entspannte Lebensart. Nur wenige Minuten entfernt öffnen sich die Tore der Sonnenberg Gardens & Mansion. Die historische Villa mit ihren weitläufigen Gärten erinnert an europäische Schlossanlagen und vermittelt einen Eindruck davon, welche Rolle Gartenkultur und Repräsentation hier einst spielten. Bevor es weiter geht, bietet sich am Ufer des Canandaigua Lake ein kurzer Stopp bei Nolan’s z.B. zum Lunch an. In Victor, nahe Rochester, liegt die Ganondagan State Historic Site, eine der bedeutendsten historischen Stätten des Bundesstaates. Sie erzählt die Geschichte der Seneca Nation und macht das kulturelle Erbe der indigenen Bevölkerung des Staates New York erlebbar. Für die Übernachtung bietet sich die Weiterfahrt nach Rochester an. Die Stadt verbindet grüne Parks, ein lebendiges Kunst- und Kulturangebot sowie eine vielseitige Gastronomieszene. Ob Spaziergänge entlang des Erie Canal, ein Besuch im Rochester Museum & Science Center oder ein Abend in einem der zahlreichen Pubs und Clubs, Rochester zeigt sich als abwechslungsreicher urbaner Zwischenstopp mit eigenem Charakter.
Sonnenberg Gardens & Mansion und Ganondagan State Historic Site_© Wiechmann Tourism Service:Melanie Reimann.png Tag 6: Ein krachendes Finale
Der letzte Tag der Rundreise steht ganz im Zeichen eines der großen Naturwunder Nordamerikas. Die Niagarafälle! Gut ausgebaute Wege führen zu den besten Aussichtspunkten des Niagara Falls State Parks, ergänzt durch zahlreiche Attraktionen wie die legendäre Bootstour Maid of the Mist, die Attraktion Cave of the Winds oder den kostenlosen Hop-on/Hop-off-Shuttle Niagara Scenic Trolley. Ob zu Fuß, vom Wasser aus oder aus nächster Nähe an den Plattformen: Die Niagarafälle hinterlassen aus jeder Perspektive einen bleibenden Eindruck. Für die letzte Übernachtung bietet sich Buffalo an. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Wandel vollzogen und präsentiert sich heute als kultureller Hotspot mit Galerien, einer lebendigen Craft-Beer-Szene und eindrucksvoller Architektur. Entlang des revitalisierten Canalside-Areals finden jährlich mehr als 1.000 Veranstaltungen statt, von Sommerkonzerten bis zu winterlichen Freizeitangeboten. Wer mag, probiert sich beim Kajakfahren auf dem Buffalo River, geht Segeln oder hält am Ufer Ausschau nach der ikonischen Kunstskulptur Shark Girl. Ein würdiger Schlusspunkt für eine Rundreise durch den vielseitigen Empire State. Zur Rückreise bieten sich entweder der nahe gelegene Buffalo Niagara International Airport (BUF) oder der Greater Rochester International Airport an – und im Flugzeug haben die Eindrücke dieser Reise noch lange Zeit, nachzuwirken.
Niagara Fälle_© Darren McGee für NYSDED.png
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