Wisconsin zeichnet sich durch eine der größten Vielfalt indigener Kulturen östlich des Mississippi aus. Insgesamt leben hier elf staatlich anerkannte Native American Tribes, deren Geschichte teilweise mehr als 10.000 Jahre zurückreicht. Jeder Stamm bewahrt seine eigenen Traditionen, Sprachen und Bräuche und lädt Besucher dazu ein, diese kennenzulernen. Die interaktive Karte bietet eine gute Übersicht über die Tribes. Hier geht es zur Karte.
Zu den bekanntesten Stämmen gehören die Ho-Chunk Nation, die Menominee Nation, die Oneida Nation sowie mehrere Gruppen der Ojibwe (Chippewa), darunter die Bad River, Red Cliff, Lac du Flambeau und Lac Courte Oreilles Bands. Ihre Reservate verteilen sich über den gesamten Bundesstaat – von Wäldern und Seen im Norden bis in die Region rund um Green Bay.
Viele Stämme betreiben Museen, Kulturzentren und bieten Touren an, die spannende Einblicke in ihre Geschichte und Lebensweise vermitteln. Im Oneida Nation Museum bei Green Bay erfährt man mehr über die Kultur der Haudenosaunee und kann ein traditionelles Langhaus besichtigen. Das George W. Brown Jr. Ojibwe Museum in Lac du Flambeau zeigt historische Kanus aus Birkenrinde, traditionelle Kleidung und seltene Artefakte der Ojibwe. Im Menominee Cultural Museum und dem Logging Museum in Keshena wird die enge Verbindung der Menominee zum nachhaltig bewirtschafteten Wald erläutert – ein beeindruckendes Beispiel für verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Im Frog Bay Tribal National Park der Red Cliff Band am Lake Superior – dem ersten Stammes-Nationalpark der USA – führen Wanderwege durch unberührte Küstenlandschaften. Die Menominee Nation schützt einen der ältesten nachhaltig bewirtschafteten Wälder Nordamerikas, während die Bad River Band die weltweit größten natürlich gewachsenen Wildreisbestände in den Kakagon Sloughs bewahrt.
Powwows in Wisconsin
Ein besonderes Erlebnis bieten die Powwows, die in vielen Gemeinden jedes Jahr stattfinden. Powwows sind traditionelle Zusammenkünfte, bei denen Gemeinschaft, Kultur und Geschichte im Mittelpunkt stehen und gepflegt werden. Zwar finden das ganze Jahr über Powwows statt, doch besonders in den Sommermonaten reiht sich ein Fest an das nächste.
Mai Eines der bekanntesten Powwows ist das Powwows der Ho-Chunk Nationam Memorial Day Weekend in Black River Falls. Es erinnert an Angehörige der Streitkräfte und würdigt insbesondere diejenigen, die im Krieg ihr Leben verloren haben.
Juni Der Strawberry Moon Powwow der Sokaogon Chippewa Community (Mole Lake Band of Lake Superior Chippewa) findet zur Zeit des Erdbeermondes statt und verbindet kulturelle Traditionen mit der beeindruckenden Natur des Ojibwe-Landes. Beim Waaswaaganing Indian Bowl Pow Wow in Lac du Flambeau erwarten Besucher traditionelle Tänze, Musik und Erzählungen sowie indigene Küche und Kunsthandwerk. Das Oneida Pow Wow nahe Green Bay bringt jedes Jahr Stämme aus den gesamten USA zusammen und ist besonders für seine traditionellen Smoke Dancers bekannt.
Juli Das Red Cliff Pow Wow am ersten Juliwochenende verbindet Tanz, Gesang und traditionelle Spiele mit dem jährlichen Water Walk, der die Bedeutung des Wassers als Lebensquelle würdigt.
August Das Meno Keno Ma Gē Wen Powwow der Forest County Potawatomi zählt zu den bedeutendsten Woodland-Powwows. Beim Powwow der Menominee Nation in Keshena bildet die natürliche Kulisse des Woodland Bowl den Rahmen für eindrucksvolle Tanzvorführungen.
September Das Manoomin Pow Wow der Bad River Band of Lake Superior Chippewa stellt den Wildreis – ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Ojibwe – in den Mittelpunkt und verbindet kulinarische Traditionen mit Musik und Tanz.
Den Abschluss der Sommersaison bildet das Ho-Chunk Labor Day Weekend Pow-Wow östlich von Black River Falls, das an einem geschichtsträchtigen Ort der Ho-Chunk stattfindet.
Jedes Powwow bietet einen einzigartigen Einblick in die Kultur der indigenen Nationen Wisconsins. Ein Besuch bei den Native American Tribes bietet Reisenden die Möglichkeit, Wisconsin aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.