Zum 250. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Staaten rückt Neuengland als historische Wiege der amerikanischen Revolution besonders in den Fokus. Die sechs Bundesstaaten gedenken und feiern den Tag mit Paraden, Ausstellungen und historischen Inszenierungen, die die Unabhängigkeitsbewegung lebendig werden lassen.
Connecticut: Kolonialdorf und eine etwas andere Parade
Connecticut bietet Besuchern ein buntes Jubiläumsprogramm. In
Greenwich legt am 28. Juni das historische
Großsegelschiff Oosterschelde im Hafen an; Besichtigungen und Führungen sind kostenfrei. An Land geht es im
Kolonialdorf im Roger Sherman Baldwin Park auf eine Zeitreise. In
Willimantic sorgt die ungewöhnliche
Boom Box Parade für Unterhaltung: Statt einer Blaskapelle begleitet Musik aus tragbaren Boomboxen den Umzug – eine Tradition, die 1986 aus der Not heraus entstand, als keine Band verfügbar war. In
Ridgefieldbeginnt das Festwochenende am 3. Juli mit dem
Stars and Stripes Soirée mit Häppchen und dem preisgekrönten Signature-Cocktail Ridgefield RCA250, bevor am 4. Juli im
Ballard Park gefeiert wird. Am selben Tag können Besucher beim
Hartford Bonanza 2026 das größte Feuerwerk der Region, Live-Musik und Streetfood im Bushnell Park genießen.
Massachusetts: Tanzfestival und Kunstausstellung
Massachusetts bietet zur 250-Jahr-Feier zahlreiche kulturelle Highlights. In
Becket zieht das Tanzfestival
Jacob's Pillow zwischen Ende Juni und Ende August mit über 500 kostenlosen Aufführungen wieder Tausende Besucher an. Dieses Jahr steht das Festival im Zeichen eines doppelten Jubiläums: Die
Martha Graham Dance Company, die älteste Tanzkompanie der Nation, feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen und widmet sich Frauen, die die US-Tanzszene maßgeblich präg(t)en. Geschichtsinteressierte zieht es am 4. Juli nach
Plymouth, auch „America’s Hometown“ genannt. In
Beverly ist noch bis zum 4. Juli 2026 die kostenlose Ausstellung „
The American Revolution: A Story of the War in 28 Paintings“ zu sehen. In Boston bildet das legendäre
Boston Pops Fireworks Spectacular auf der Charles River Esplanade mit Orchesterkonzert und Feuerwerk den Höhepunkt des Unabhängigkeitstags.
Rhode Island: Segelregatta und Schnitzeljagd
Rhode Island bringt seine maritime Geschichte in die Jubiläumsfeiern ein. Die
Gaspee Days in Warwick erinnern von Mai bis Juni mit Paraden, einem Koloniallager und der Nachstellung der Verbrennung der HMS Gaspee an das Revolutionsereignis. In
Providence lädt am 28. Juni eine
Schnitzeljagd der
Rhode Island Rebels dazu ein, gemeinsam mit kostümierten Geschichtsexperten fünf zentrale Schauplätze der Revolution zu entdecken.
Newport richtet am 5. Juni die Segelregatta
America’s Jubilee Race aus und eröffnet am 19. Juni das neue
Center for Black History, das an diesem Wochenende die Beiträge schwarzer Männer und Frauen zur Revolution beleuchtet. Beim
French in Newport Festival am 11. Juli werden französische Soldaten und Seeleute zum Leben erweckt, die Amerikas Unabhängigkeitskampf unterstützten.
Bristol hält mit seiner seit 1785 veranstalteten Parade den Rekord als älteste ununterbrochen stattfindende Unabhängigkeitstag-Parade Amerikas.
Vermont: Revolutionsmiliz und Toiletten-Wettrennen
Vermont kombiniert Geschichte mit typisch amerikanischen, teils skurrilen Unabhängigkeitsevents. Das
Ethan Allen Homestead Museum in
Burlington erweckt am 23./24. Mai und am 20./21. Juni eine Revolutionsmiliz zum Leben. Ab dem 3. Juli zeigt das
Vermont History Museum in
Montpelier die Ausstellung „
50 for 250“ mit fünfzig Objekten zur Geschichte des Bundesstaates. In
Bennington wird der Unabhängigkeitstag mit Picknick, Verlesung der Unabhängigkeitserklärung und Feuerwerk gefeiert, während beim
Bennington Battle Day Weekend vom 13. bis 16. August historische Nachstellungen und eine Parade an die bedeutende Schlacht erinnern. Am 11./12. Juli wird die
Schlacht von Hubbardton auf dem früheren Schlachtfeld nachgestellt. Wer eine
traditionelle amerikanische Kleinstadt-Parade erleben möchte, ist am 4. Juli in
Stowe an der richtigen Adresse. Eine besonders skurrile Tradition an dem Tag pflegt
Bristol mit dem
Great Bristol Outhouse Race, bei dem Teams mit fahrbaren, kreativ dekorierten Außentoiletten gegeneinander antreten.
Maine: Verschiedene Perspektiven auf die Revolution
Maine beleuchtet die Revolutionszeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die
Maine Historical Society zeigt in
Portland bis Dezember 2026 die Ausstellung „
Pathways to Freedom“, die die Revolution anhand realer Lebensgeschichten von Patrioten, Loyalisten und Angehörigen des Wabanaki-Stammes erzählt. Beim kostenfreien
Margaretta Days Festival wird an die erste offizielle Seeschlacht des Unabhängigkeitskriegs erinnert, als Patrioten das britische Schiff HMS Margaretta kaperten. Besucher erwarten u. a. Nachstellungen der Kolonialzeit, eine Parade und ein Kunsthandwerksmarkt. In
Bar Harbor zieht am 4. Juli eine der beliebtesten
Paraden des Bundesstaates durch die Stadt, gefolgt von einem Feuerwerk über der Frenchman Bay.
New Hampshire: Mit George Washington plaudern
New Hampshire bietet Geschichtsinteressierten ein besonders immersives Erlebnis. In
Concord zeigt die
New Hampshire Historical Society bis Ende Mai 2026 die Ausstellung „
If You Had to Choose: Patriots and Loyalists“, die anhand realer Biografien veranschaulicht, wie die Revolution die Menschen dazu zwang, eine Seite zu wählen und welche Faktoren diese Entscheidung beeinflussten. In
Gorham wird der Unabhängigkeitstag mit einer
Oldtimerparade gefeiert. Beim kostenfreien
American Independence Festival am 11. Juli in Exeter stehen historische Figuren, wie patriotische Soldaten oder George Washington, für einen Plausch bereit.
Ein
Routenvorschlag zur
revolutionären Geschichte Neuenglands mit Hintergrundinformationen und historischen Stätten der amerikanischen Revolution steht
hier zum Download bereit.