Winterzauber in der Wüste - Süden Kaliforniens und Arizona
AMEICA-Journal 1-2026
Letzte Änderung 09.02.2026
Reisen in der Nebensaison haben ihren Charme, eindeutig. Es ist leerer und entspannter. Doch nicht nur das. Wir waren im Süden Kaliforniens und in Arizona unterwegs, bei herrlicher lichter Winterstimmung. Die Wüste hat in dieser Zeit eine eigene Schönheit. Von Julia A. Latka
Palm SpringsWas für eine Wohltat, die Januarsonne in Palm Springs. Tagsüber sind die Temperaturen frühlingshaft, um 20 Grad, manchmal sogar wärmer. Für den wintergeplagten Mitteleuropäer paradiesisch, wir trinken unseren Kaffee draußen auf der Bank vorm Café. Das Sonnenlicht sorgt sofort für gute Laune.
Wir sind mitten im Winter im Südwesten unterwegs. In Phoenix gelandet und nach Palm Springs gefahren. Es gibt viele gute Gründe für diese Reisezeit. Keine Schlangen, die Hotelpreise sind ziviler, weniger Verkehr macht das Reisen entspannter. Alles scheint etwas heruntergefahren zu sein.
Wir springen in die Palm Springs Aerial Tramway, jene historische Gondel, die in ein Naturschutzgebiet hoch oben auf der Gebirgskette fährt. Heute ganz ohne Wartezeit. Oben angekommen, großes Erstaunen: Hier ist alles verschneit! Eine Winterlandschaft wie aus dem Bilderbuch. In der Cafeteria gibt es nach dem Schneespaziergang Hot Chocolate für uns.
America Journal 1-26
Überwältigendes Morgenrot
Auch in der Wüste im Tal wird es abends kalt, das hatten wir unterschätzt. Eine wattierte Jacke hätte mit ins Gepäck gehört. Uns fröstelt es immer wieder. Und es wird abends früh dunkel, die lauen Abende an der Poolbar fallen aus. Also: Früh aufstehen und den Tag nutzen.
Wir starten um sechs Uhr morgens aus Palm Springs, noch ist kein Tageslicht zu sehen, gen Joshua-TreeNationalpark. Auf dem Weg ein Stopp mit Frühstück im Diner, stilecht. Die Sonne geht auf, ein überwältigendes Morgenrot, wie man es selten sieht. Der Nationalpark ist still, aber nicht einsam: Einige Wanderer sind unterwegs. Reisende, die auf den kleinen Natur-Rundwegen flanieren. Zwischendurch hat man die filigrane Wüstennatur, ein fantastisches Füllhorn, immer wieder für sich allein.
Für Sicherheit ist dennoch gesorgt: Wir begegnen einem Ranger, der uns fragt, ob wir ausreichend Wasser dabeihaben. Die Wüste bleibt eben die Wüste, auch im Winter. Die weiten Blicke immer wieder unterwegs, sie berühren wie eh und je, zu jeder Jahreszeit.
Wir fahren nach Scottsdale. Da ist richtig Betrieb, amerikanische Touristen bummeln durch die Straßen der hübsch zurechtgemachten Innenstadt. Die Restaurants sind voll, der Trubel ist eine schöne Abwechslung.
Desert Botanical Garden
Spannend wie ein Krimi
Wir besuchen den Desert Botanical Garden. Es ist Sonntag und die Einheimischen flanieren oder führen ihre Hunde aus. Die Botanik der regionalen Wüsten ist hier ausgestellt und erklärt.
Auch „Taliesin West“, das auf einem Hügel solitär gelegene Winterquartier von Frank Lloyd Wright wirkt gut besucht, die Audiotour hervorragend gemacht und die Architektur in der doch winterlichen Stimmung ganz besonders beeindruckend.
Wir beziehen im Boulders Resort Quartier. Ein Golf-Resort inmitten der riesenhaften rundlichen Findlinge, die die Wüstenlandschaft hier prägen. Es wird eifrig geputtet um uns herum, das geht auch im Winter gut – aber wir setzen uns zu einem älteren Herrn namens „Cactus Jack“ ins Golfcart. Er bietet Wüstentouren an, kennt die Natur hier in- und auswendig und redet wie ein Buch. Wir hören allerlei Kurioses über die Kakteenvielfalt, Überlebenstechniken in der Wüste, über Flora und Fauna hier im Resort. Es ist spannend wie ein Krimi.
Abends prasselt das Kaminfeuer in der Lobby, im Zimmer in den Casitas lässt sich auch eines entfachen. Die Hotelbar im Hauptgebäude ist gut besucht, aber nicht überfüllt – wie wunderbar entspannt so eine Winterreise ist.
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