Unterwegs in Grapevine,TX: Auf den Spuren echter Legenden
Zwischen Outlaws, Weintradition und Texas-Legenden erzählt Grapevine seine spannendsten Geschichten
Letzte Änderung 24.05.2026
Die charmante texanische Kleinstadt Grapevine direkt am Internationalen Flughafen Dallas Fort Worth ist von Legenden durchzogen, die sie noch heute prägen – angefangen von ihrer Gründungsgeschichte bis hin zu legendären Outlaws.
„Grape Vine“ – wie alles begann
Bevor Grapevine seinen heutigen, fast poetisch klingenden Namen erhielt, war die Region als „Grape Vine Prairie“ bekannt – eine weitläufige Landschaft, durchzogen von wilden Weinreben. Ein zentraler Ort war die Quelle „Grape Vine Springs“, an der sich bereits vor der Gründung der Stadt Reisende, Händler und indigene Gruppen trafen.
Als die ersten Siedler in der Gegend Mitte des 19. Jahrhunderts ihrer jungen Gemeinde einen Namen geben wollten, schlug der offiziellen Überlieferung zufolge Judge James Tracy Morehead den Namen „Grape Vine“ vor – insbesondere da einige der Anwesenden ihre eigenen Familiennamen dafür durchsetzen wollten.
Mit den wilden Muscadine-Reben begann eine Weintradition, die heute fester Bestandteil der Identität dieser Stadt ist. Grapevine beherbergt acht Tasting Rooms, die sich beim Urban Wine Trail entdecken lassen. Auch die Weingüter in der Umgebung wie die Bingham Family Vinyards freuen sich über interessierte Besucher.
Besonders ausgiebig wird die Weinkultur beim jährlich im September stattfindenden GrapeFest® gefeiert. Es ist das größte Weinfest im Südwesten der USA und wurde von der Leserschaft der USA TODAY mehrmals unter die zehn besten Weinfestivals in den USA gewählt.
Eher gediegen geht es in den beliebten, saisonalen „Wine Trains“ der nostalgischen Grapevine Vintage Railroad zu. In stilechten Waggons der 1920er-Jahre rollen Genießer durch die Prärie, während sie texanische Weine verkosten.
Der Staatsmann, Militärführer und spätere Präsident der Republik Texas, Sam Houston, ist eine der prägendsten Figuren der texanischen Geschichte. In Grapevine erscheint er vor allem in einer Rolle, die oft zu kurz kommt: als Vermittler und Friedensakteur. Houston lebte einige Zeit bei den Cherokee und hatte wesentlich mehr Kenntnis und Verständnis für die Lebensweise indigener Gemeinschaften als die meisten anderen texanischen Führungsfiguren.
In einer Zeit, die von Konflikten und Expansion geprägt war, setzte sich Houston für diplomatische Lösungen ein. Im August 1843 traf sich Sam Houston nahe Grape Vine Springs mit Vertretern von zehn indigenen Nationen – den Delaware, Chickasaw, Waco, Tawakoni, Keechi, Caddo, Anadarko, Ioni, Biloxi und Cherokee – zum sogenannten „Peace Circle“. Gemeinsam verhandelten sie ein Friedens-, Freundschafts- und Handelsabkommen, das als „Treaty of Bird’s Fort“ bekannt wurde.
Heute erinnert der Peace Circle an der Grapevine Main Station an diese historische Begegnung. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet in der Stadt zahlreiche weitere historische Orte und Angebote wie das Museumsviertel Settlement to City Museums, die historische Nash Farm und die Bushong Cabin, eine Blockhütte aus dem 19. Jahrhundert, die letztes Jahr mit einem aufwendigen Transport auf den Liberty Park Plaza an der Main Street umgezogen ist, wo sie jetzt besichtigt werden kann.
Legenden einer ganz anderen Art tauchten in den 1930er-Jahren in Grapevine auf: Für einige Zeit sorgten das berüchtigte Duo Bonnie and Clyde und ihre Barrow-Gang hier für Schlagzeilen. Angefangen mit dem Überfall auf die Grapevine Home Bank, an dem Bonnie und Clyde sich nicht persönlich beteiligten, da viele Freunde von ihnen Geld bei der Bank hatten, bis zu den Morden an drei Polizeibeamten, bei denen sie allerdings selbst den Finger am Abzug hatten.
Mythenjäger können diese Geschichte heute auf eigene Faust erkunden. Ein Spaziergang durch die Stadt führt zu ehemaligen Schauplätzen wie dem Standort der damals ausgeraubten Bank (heute das Schmuckgeschäft Bermuda Gold & Silver) oder Orten, die mit den Aktivitäten des Duos in Verbindung gebracht werden. Zeitungsartikel und historische Hinweise vor Ort geben Einblicke in die Ereignisse jener Zeit.
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