2 unterschiedliche Klimazonen. Westlich der Cascade Mountains sind die Sommertage mild und sonnig und Temperaturen steigen selten über 26 ⁰C. Der Winter bringt Regen und Schnee, aber im Durchschnitt fallen die Tage selten unter 8 ⁰C. Östlich der Cascades sind die Sommer heiß und trocken.
Beste Reisezeit
April bis Oktober.
Must-Sees
In Seattle: Space Needle, Chihuly Garden and Glass, Museum of Pop Culture (MoPOP) & Pike Place Market, Mt. Rainier National Park, Olympic National Park, North Cascades National Park, Mount St. Helens National Volcanic Monument, San Juan Islands, Wine Country (Walla Walla, Tri-Cities, Yakima)
Seattle: Wo Amerikas Kulturgeschichte lebendig bleibt
Seattle ist die einzige Großstadt der USA, die nach einem indigenen Anführer benannt ist: Chief Si'ahl, bekannt als Chief Seattle. An der Seattle Waterfront, in der Musikszene und in den Stadtvierteln der Stadt zeigt sich dieses Erbe bis heute.
Letzte Änderung 14.07.2026
Seattle liegt im Pazifischen Nordwesten der USA und trägt seinen Namen zu Ehren von Chief Si'ahl (Chief Seattle), einem Anführer der Duwamish und Suquamish. Die Stadt ist damit die einzige Großstadt der USA, die nach einer indigenen Führungspersönlichkeit benannt wurde. Reisende, die sich für Amerikas kulturelle Geschichte interessieren, finden in Seattle Spuren von indigenem Erbe, Einwanderungsgeschichte und musikalischer Innovation.
Ein Name mit Geschichte
Chief Si'ahl war eine zentrale Figur in den Verhandlungen zwischen den Coast-Salish-Völkern und den ersten Siedlern im 19. Jahrhundert. Sein Erbe zeigt sich in Straßennamen, öffentlichen Kunstwerken und Institutionen, die indigene Kultur bewahren und vermitteln. Die Duwamish und Suquamish leben bis heute in der Region Seattle und pflegen ihre Traditionen.
Das Duwamish Longhouse and Cultural Center ist das erste neu errichtete Langhaus eines Stammes in Seattle seit über 150 Jahren. Es dient als Hauptsitz des Duwamish-Stammes und beherbergt eine Ausstellungsfläche, eine Native Art Gallery und eine Boutique mit indigener Kunst. Wer tiefer einsteigen möchte, findet in der Native Northwest Art Gallery des Burke Museum dauerhafte Ausstellungsstücke wie Hauspfähle, Totempfähle und ein über zehn Meter langes Kanu. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt frei. Das Wing Luke Museum im International District ist das einzige panasiatisch-pazifische Museum der USA und ist der Smithsonian Institution angegliedert. Es zeigt Einwanderungsgeschichten und Beiträge asiatisch-amerikanischer, Native-Hawaiian- und pazifischer Inselgemeinschaften und bietet zusätzlich kulinarische Walking Touren durch das Viertel an.
An der neu gestalteten Seattle Waterfront verbinden sich historisches Erbe und Stadtentwicklung an gleich mehreren Orten. An der Stadium Plaza zeigen wechselnde indigene Künstler ihre Werke. Die erste Ausstellung stammt von Kimberly Saladin vom Muckleshoot Indian Tribe. Am Pier 58 steht seit Sommer 2025 die Installation „Family" des Küstensalish-Künstlers Qwalsius-Shaun Peterson, bestehend aus drei Figuren aus Bronze und Zedernholz.
Zwischen Columbia Street und Spring Street stehen die von Oscar Tuazon konzipierten Hauspfähle "To Our Teachers – deqʷaled", geschnitzt von Randi Purser (Suquamish Tribe), Tyson Simmons (Muckleshoot Indian Tribe) und Keith Stevenson (Muckleshoot Indian Tribe)
Am Ocean Pavilion des Seattle Aquarium begrüßen 33 mundgeblasene Glaslachse des Lummi-Künstlers Dan Friday die Besucher. Und am südwestlichen Ufer des Lake Union baut die United Indians of All Tribes Foundation zudem das Northwest Native Canoe Center, ein Langhaus-Gebäude mit begrüntem Dach und Carving-Werkstätten, das Ende 2026 eröffnen soll.
Auch bei Cannonball Arts lässt sich dieses lebendige Handwerk hautnah miterleben: In einer Live-Ausstellung schnitzt der Muckleshoot Indian Tribe dort ein traditionelles Kriegskanu aus einem über 5.000 Pfund schweren Western-Red-Cedar-Stamm. Das Kanu soll im Laufe des Jahres fertiggestellt und anschließend der Muckleshoot-Gemeinschaft zur Nutzung übergeben werden.
Seattle ist Geburtsort von Jimi Hendrix und Ursprungsort der Grunge-Bewegung der frühen 1990er-Jahre. Nirvana, Soundgarden, Pearl Jam und Mudhoney traten alle im Club The Crocodile auf. Das Museum of Pop Culture zeigt das Leben und Wirken von beispielsweise Hendrix und Nirvana auf. Auch die Architektur des Gebäudes selbst erzählt diese Geschichte: Architekt Frank Gehry ließ sich für die geschwungene Metallfassade von E-Gitarren inspirieren. Bis heute prägen Death Cab for Cutie, The Postal Service, Brandi Carlile, Fleet Foxes und Macklemore & Ryan Lewis die Musikszene der Stadt. Der unabhängige Radiosender KEXP dokumentiert und vermittelt diese Kontinuität mit Live-Sessions und Interviews.
Columbia City und Rainier Valley gelten als eines der ethnisch vielfältigsten Viertel Seattles, geprägt von internationalen Restaurants, nachhaltigen Läden und Grünflächen wie Seward Park und Kubota Garden. In Seattles Schulen werden insgesamt 129 Sprachen gesprochen, und diese sprachliche Vielfalt bildet sich besonders in der Rainier Valley im Alltag ab: von äthiopischen und ostafrikanischen Restaurants entlang der Rainier Ave S bis zu unabhängigen Cafés und Bäckereien im historischen Zentrum von Columbia City.
Der Chinatown-International District ist das historische Zentrum der asiatisch-amerikanischen Gemeinschaft Seattles und beheimatet neben chinesischen, japanischen, vietnamesischen und philippinischen Restaurants auch kulturelle Institutionen wie das Wing Luke Museum, das Panama Hotel and Tea House mit seinem erhaltenen historischen Badehaus, sowie den Hing Hay Park mit seinem in Taipeh gestalteten Pavillon. Uwajimaya, der große Asia-Supermarkt des Viertels, und zahlreiche unabhängige Galerien und Läden ergänzen das Bild eines Viertels, das seit Jahrzehnten als Anlaufpunkt für asiatische und pazifische Einwanderergemeinschaften dient.
Geschichten entlang der Wege
Rund um den Lake Union erinnert der etwa zehn Kilometer lange Cheshiahud Lake Union Loop an John Cheshiahud, einen ehemaligen Duwamish-Häuptling, der bis ins frühe 20. Jahrhundert an der Portage Bay lebte und frühen Siedlern half, sich in der Region zu orientieren. Der Rundweg verbindet die Viertel Fremont und Wallingford mit South Lake Union, führt an Hausbooten und zahlreichen Parks vorbei und lässt sich am besten vom Museum of History and Industry (MOHAI) aus starten.
Im Süden der Stadt setzt der 14 Kilometer lange Chief Sealth Trail diese Tradition fort: Benannt nach Chief Seattle selbst, beginnt und endet er am Kubota Garden, führt von dort nordwestlich in Richtung Beacon Hill und verbindet auf seinem Weg weitere Stadtteile im Süden Seattles miteinander.
Das Reiseziel Washington State bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Erlebnissen. Von der berühmten Space Needle in Seattle bis zum majestätischen, gletscherbedeckten Mount Rainier und den wilden Stränden entlang des Pazifischen Ozeans.
Schon aus der Ferne ragt das Wahrzeichen Seattles, die Space Needle, empor und ist nur eine von vielen Attraktionen, die die grüne Metropole zu einem abwechslungsreichen Urlaubsziel machen.